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Vergleiche deine Bilder nicht. Oder mach’s richtig.

Vergleich dich nicht. Oder mach es richtig.

Eine Blume kĂŒmmert es nicht, ob sie mit der Blume neben sich mithalten kann.
Sie blĂŒht einfach đŸŒș.

An dieser Stelle könnte ich eigentlich aufhören zu schreiben.

Denn damit ist schon gesagt, was ich dir sagen möchte: Vergleiche dich und deine Bilder nicht mit anderen.

Male mit Freude drauflos. BlĂŒhe wie eine Blume – auf deine eigene Art und Weise.

Eine Blume blĂŒht zu ihrer eigenen Freude.

Oscar Wilde

Aber halt!

Das ist so viel leichter gesagt als getan!

Vielleicht bist du (wie ich) ziemlich talentiert darin, dir gelegentlich die gute Laune mit Vergleichen und Selbstzweifeln zu ruinieren.

Und vielleicht magst du gar nicht erst anfangen zu malen, weil die anderen das alle so viel besser können als du. Mutlos bist du dann und traurig.

Selbstzweifel. Nachdenklich.

Kennst du das?

Du stellst den Farbkasten bereit und sortierst erst mal regenbogenmĂ€ĂŸig alle Farben. Danach die Pinsel nach GrĂ¶ĂŸe. Um dann tatenlos aufs weiße Blatt Papier zu starren.

Hast du vielleicht vorher bei Instagram oder Pinterest nach Ideen gesucht? Und gesehen, wie gut alle malen? Wie kreativ die sind? Wie selbstbewusst sie ihre Bilder zeigen?

Und wĂ€hrend du unschlĂŒssig den Pinsel zwischen den Fingern drehst, mĂ€kelt auch noch dein innerer Kritiker an dir rum. Er findet, dass du nicht gut genug bist und gar nicht malen kannst (so wie die anderen …). Warum solltest du also damit anfangen?

Ach, hallo, Vergleichsfalle …

Heute, da wir auf Pinterest, bei Instagram, TikTok oder Youtube live und in Farbe sehen können, was andere Menschen tun, sind wir ruckzuck dabei uns zu vergleichen.

Statt bei uns zu bleiben und den Moment zu genießen, denken wir voller Selbstzweifel ĂŒber andere nach. Das ist ganz schön unfair. Und zwar uns selbst gegenĂŒber.

Mit fliegenden Fahnen rennen wir in die Negativ-Vergleich-Falle. Bevor wir erkennen, dass wir uns vergleichen, stecken wir schon bis Oberkante Unterlippe drin.

Aquarellbilder auf Pinterest. Deprimierend oder motivierend.
Inspirierend oder deprimierend? (Screenshot Pinterest: aquarell landschaft)

Ungeschicktes Vergleichen tut weh

Es gibt verschiedene Wege sich zu vergleichen. Wenn wir uns dabei besonders ungeschickt anstellen und sich alte Muster abspulen, wird’s echt unangenehm.

Wir vergleichen uns „nach vorne“. Mit Menschen, die schon viel weiter und deshalb „besser“ sind als wir. Die wir irgendwann fĂŒr den erstrebenswerten (aber schwer zu erreichenden) Durchschnitt halten.

Wir haben einen verengten Blick auf andere: Och, die malt viel besser als ich!
Aber was ĂŒbersehen wir?
Dass die Person schon zehn Jahre malt? Dass sie sich jeden Tag Zeit dafĂŒr nimmt (will ich das auch?). Dass sie (viel) Geld investiert in Mal-Kurse, Material und Mal-Reisen? Dass sie wenig Zeit fĂŒr andere schöne Hobbys hat?

Uns ist das Vergleichen eingebrannt und lÀuft vollautomatisiert und in Dauerschleife.

Vielleicht hast du noch SprĂŒche aus der Kindheit in den Ohren: Schau, mal die anderen Kinder. Kuck mal, die Jessica macht das so toll. Dein Bruder hat das geschafft, warum du nicht? Das kann anspornen. Aber eben auch (auf Dauer) frustrieren.

Aha. Und jetzt?

Einfach aufhören mit vergleichen. Wie das denn, bitte?

Du hast recht. Einfach mit vergleichen aufhören, wĂ€re schön. Ist aber gefĂŒhlt (fast) unmöglich.

Viele von uns vergleichen sich schon so lange mit anderen – da haben wir uns ja schön was angewöhnt! Wie schwer man so eine Gewohnheit loswird, weißt du vielleicht selber. Und wenn das SelbstwertgefĂŒhl ein zartes PflĂ€nzchen ist, wird’s auch nicht leichter.

Gleichzeitig ist Vergleichen und Bewerten heutzutage Volkssport. Wenn’s dabei um Kaffeeautomaten, Autos, Hotels oder auch Leistungssport geht – okay.

Aber immer und ĂŒberall werden Menschen oder ihre FĂ€higkeiten miteinander verglichen (Kochen, Backen, Singen, Flirten, Aussehen, (Über)Leben 
 you name it). Und das mitunter vor einem Millionenpublikum!

Dass wir uns in unserem kleinen Privatkosmos auch stÀndig vergleichen, erscheint da vielen als völlig normal.

Besonders einfach geht das mit selbstgemalten Bildern. Social Media ist voll davon. Einem Vergleich können wir uns nur schwer entziehen.

Hier kann das aber besonders schmerzhaft sein. Weil es nicht nur ums handwerkliche Können geht. Selbst gemalte Bilder können auch sehr persönlich sein. Und du damit verletzlich, sobald du sie öffentlich zeigst.

Die dann zuverlÀssig aufploppenden Tipps wie dankbar sein, Perfektionismus loslassen oder auf die eigenen StÀrken fokussieren, sind schön und gut. Helfen dir aber nicht, wenn du schon mit Anlauf in die Vergleichsfalle gesprungen bist.

Vergleichen lÀsst sich selten mit einem Fingerschnippen beenden.

Also, was tun?

Vergleiche dich. Mit dir selbst.

Du hast schon viel gelernt in deinem Leben.

Meist warst du dabei erst mal ungeschickt und hast ’ne Weile gebraucht, bis du dazugelernt hast. Vieles, was du heute kannst, scheint selbstverstĂ€ndlich zu sein.

Überleg mal: Wie hast du dich in der ersten Auto-Fahrstunde angestellt – wie fĂ€hrst du heute? Hast du eine Sprache gelernt, ein Instrument, tanzen, kochen, Ski fahren, Schleifen auf dem RĂŒcken binden? Hast du besondere berufliche FĂ€higkeiten?

Schau zurĂŒck, wie du begonnen hast, diese Dinge zu lernen. Und sieh, wo du heute stehst.

Genauso kannst du’s mit dem Malen halten. Sogar, wenn du glaubst, dass du kein Talent dafĂŒr hast (Ist das so? Dann lies auch das hier: Malen ohne Talent? Geht!)

Je nachdem, wie viel Zeit und Ehrgeiz du reinsteckst, wirst du (schnell) besser werden. Du kannst deine allerersten Bilder mit Bildern von heute vergleichen und wirst eine erstaunliche Entwicklung erkennen. Vielleicht bist du sogar stolz auf dich.

Zwei Bilder mit „Meer“ von mir. Eins aus der AnfĂ€ngerzeit, eins mit mehr Malerfahrung. Ich hatte mit beiden Bildern Riesenspaß (ich mag Meer …). Dieser Vergleich tut gut!

Meer mit Aquarell - aus AnfÀngerzeit
Meer mit Aquarell mit etwas mehr Malerfahrung

Vergleiche dich nicht. Oder mach’s richtig.

Wir können das mit dem Vergleichen rund ums Malen auch einfach mal (los)lassen. Siehe oben: BlĂŒhen đŸŒč. Ohne zu schauen, wie die anderen Blumen das machen.

Warum?

Weil es beim Malen nicht um einen Wettkampf geht. Weil es nicht darum geht, besser oder schlechter zu sein als andere. Weil es wurscht ist (… Pardon my French 😀), wer „schöner“ malt. Weil Geschmack eh subjektiv ist.

Weil es ein Hobby ist und keine Herz-OP.

Beim Malen geht’s um dich. Ums Spielen, Entdecken, Ausprobieren, sich selbst ausdrĂŒcken. Um Entspannung und Lebensfreude. Um bunte Pausen vom Alltag. Und womöglich auch um deine(!) ganz persönliche Weiterentwicklung.

Dabei musst du gar nicht mal blind durchs Leben rennen. NatĂŒrlich kannst du nach rechts und links schauen. Dich (neu) orientieren.

Denn ja, es kann was Gutes haben sich zu vergleichen. Wenn du’s richtig machst.

Wenn du dir Vorbilder suchst, die dich inspirieren und dich motivieren, statt dich auszubremsen. Wenn du das gute GefĂŒhl hast, dass du durchaus dorthin kommen kannst, wo sie schon sind. Dass dich das auf eine positive Macher-Art antreibt und du so noch mehr von deinem Potenzial entdeckst.

Dann profitierst du sogar vom Vergleich. Du lernst dazu, entwickelst dich weiter. Du bist stolz auf dich, dein SelbstwertgefĂŒhl blĂŒht auf. Check!

Mein Tipp: So kannst du malen, ohne zu vergleichen

Notiz auch an mich. Immer wieder:

Das Malen ist wie eine Reise. Deine Reise.

Mit jedem Bild malst du dich einen Schritt weiter auf deinem Weg. Egal, ob’s schön ist oder nicht. Es gibt keine Regeln dafĂŒr, wie viele (gute) Bilder du in welcher Zeit malen musst. Du MUSST ja noch nicht mal malen, wenn dir grad nicht danach ist.

Deine Entscheidung. Dein (Reise-)Tempo.

Wenn dir ein „Ort“ gefĂ€llt, bleibe eine Weile da. Male einfach vor dich hin. Zu deinem eigenen VergnĂŒgen. Ohne dass du dich zwingend irgendwie weiterentwickeln und verbessern musst. Und wenn’s sich fĂŒr dich richtig anfĂŒhlt, reise weiter.

Das Malen ist eine Reise.
Das Malen ist wie eine Reise. Mach sie zu deiner 🧡.

Mache Fehler. Erlaube dir das.

Schau sie dir entspannt an. Lache drĂŒber. Lern was draus. Mach’s beim nĂ€chsten Mal anders. Vielleicht wird’s dann schon besser. Lesetipp: Fehler beim Aquarellmalen und warum du einige davon unbedingt machen solltest 😊.

Noch ein Gedanke: Du könntest das Malen und deine Bilder wie eine Art Tagebuch sehen, das dich durchs Leben begleitet. Hast du jemals dein privat geschriebenes Tagebuch mit einem großen Roman und dich selbst mit gestandenen Schriftstellern verglichen? Ich vermute eher: nein. Warum solltest du also dich und deine Bilder dem aussetzen?

Feiere deine Mal-Reise. Genieße jeden Schritt, jeden Pinselstrich. Stell deine Antennen auf Empfang und bleib neugierig, wohin dich das fĂŒhrt. Du musst nicht besser werden (oder so toll wie andere). Aber du darfst. Wenn du willst.

Es kann so viel Schönes passieren: Du malst ein hĂŒbsches Bild. Du lernst was Neues. Du drĂŒckst dich und deine GefĂŒhle aus. Du hast ein erfĂŒllendes Hobby. Du pinselst bunte Momente in deinen Alltag.

Unvergleichlich!

Bis bald ❀.

Franziska

Vergleichst du noch oder malst du schon?
Schreib mir gern was dazu in die Kommentare ❀ oder an: hallo@enjoy-aquarell.de

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