Ohne Baumwolle? Warum ich meine Meinung über Aquarellpapier gerade überdenke (ein bisschen)
Eigentlich bin ich Team Baumwolle.
Ich liebe Aquarellpapier mit 100 % Baumwolle: Weil es sich schon beim Malen so gut anfühlt, die Farben weich verlaufen, es „Fehler“ verzeiht und mir viel Zeit gibt, damit zu arbeiten (ausführliche Tipps, wie du für dich gutes Aquarellpapier findest, gibt’s hier). Alles andere kommt mir höchst selten auf den Tisch.
Und dann hab ich zwei Wochen lang jeden Abend auf Aquarellpapier ohne Baumwolle gemalt.
Wie es dazu kam, was ich über dieses Aquarellpapier denke und ob ich es dir empfehlen kann (Spoiler: ja!), erfährst du hier im Artikel**:

Der schnelle Überblick
Das kam raus bei meinem Test des Aquarellblocks Watercolour Joy:
Aquarellblock Watercolour Joy – erste Eindrücke
In einem Youtube-Video sah ich irgendwann den kleinen Aquarell-Block Watercolour Joy ohne Baumwolle in Aktion.
Die Begeisterung im Video war total ansteckend, die Malergebnisse sehr schön, der Block überraschend günstig. Mein folgender Impulskauf war eine Frage von Minuten 🤭.
Kann das funktionieren?
Tage später lag der Block der von mir geschätzten Marke Hahnemühle auf dem Tisch.
Wie gesagt: Aquarellpapier ohne Baumwolle. Nur einseitig verleimt (deshalb bei nasser Malerei schnell wellig) und damit eher das Gegenteil von dem, was ich sonst bevorzuge. Aber mit 300 Gramm Papiergewicht immerhin schwer genug. Und cold pressed – auch gut. Größe: A5. 50 Blätter – praktisch für den andauernden Flow 😉.

Aquarellpapier ohne Baumwolle – von skeptisch zu positiv überrascht
Natürlich hatte ich meine Zweifel. Immer mal wieder hab ich Aquarellpapier ohne Baumwolle getestet (man will ja offen bleiben), aber war nie überzeugt.
Trotzdem hab ich angefangen, auf dem neuen Block zu malen. Gekauft ist gekauft und wird dann auch benutzt 😊.
Inzwischen habe ich den Block mehrere Abende hintereinander verwendet. Ein Blatt bemalt, abgerissen, nächstes Blatt. Ich konnt‘ gar nicht mehr aufhören. Der bunte „Haufen“ bemalter Blätter wächst und wächst.

Und ich geb’s hier ganz offiziell zu: Ich mag diesen Block 🧡.
Ich will damit gar nicht sagen, dass ich jetzt (jedes) Aquarellpapier ohne Baumwolle toll finde. Tu ich nicht. Aber dieser Block? Nun ja. Ich bin ein Fan.
Realistischer Check – was ist gut, was nicht so?
Wenn ich Fan von etwas oder jemandem bin, dann auf eine realistische Art. Menschen, die ich bewundere, sind keine perfekten Heiligen. Dinge, die ich toll finde, nie makellos. Klar.
Auch bei dem kleinen Aquarellblock gibt es – jedenfalls aus meiner Sicht – ein paar Einschränkungen:
1
Der Block ist nicht vierseitig verleimt. Wenn man (wie ich das ja gerne tue) eher nass malt, wellt sich das Papier und wird wegen der fehlenden Verleimung nicht am Block festgehalten. Keine Überraschung, hab ich so erwartet.

2
Der Unterschied zu Baumwollpapier ist definitiv spürbar. Das Papier nimmt das Wasser nicht so gut auf, es bleibt eher oben drauf stehen. Und trocknet dann recht schnell. Das muss aber nicht schlecht sein, denn man kann sich daran anpassen und trotzdem schöne Ergebnisse erzielen.
3
Wegen der Gründe aus Punkt 2 entstehen schneller mal Wasserflecken oder Wasserränder. Mit aufmerksamer Malweise kann man das aber gut in den Griff kriegen. Oder beschließen, diese Flecken als schöne und besondere Merkmale des Bildes zu betrachten (meine Empfehlung 😊).

4
Für einige Motive hab ich einen Masking-Fluid-Stift verwendet und damit viele kleine Blütenblätter gestaltet. Das hat gut funktioniert, das getrocknete Fluid ließ sich vollständig abrubbeln, ohne das Papier zu beschädigen. Ob es auch bei größeren Flächen klappt, hab ich noch nicht getestet.

5
Ich bemerke auch einen kleinen Unterschied bei verschiedenen Farbkästen. Mit hochwertigeren (und dann ggf. teureren) Farben habe ich etwas bessere Ergebnisse erzielt als mit guten, aber günstigeren Farben. Weil die Farben aus dem günstigeren Farbkasten auf meinem Baumwollpapier aber auch sehr schön leuchten, vermute ich mal, dass es am baumwollfreien Papier und eher nicht an der Farbe liegt.

Fazit: Ausprobier-Empfehlung für den Aquarellblock Watercolor Joy
Mein Lieblingspapier bleibt in jedem Fall das Hahnemühle Expression mit 100 % Baumwolle * und wer schon relativ ernsthaft mit Aquarellmalen starten möchte, ist damit bestens versorgt. Aaaaaber:
Den kleinen Aquarellblock Watercolour Joy empfehle ich trotzdem sehr gerne *. Ein paar kleine Abstriche gegenüber dem Baumwollpapier muss man machen. Aber er ist mein liebstes Go-To für kleine Mal-Sessions zwischendurch, für entspannte Farbspielereien und einfache Motive.
Wenn du Aquarellmalen ausprobieren, aber nicht gleich das teurere Papier mit Baumwolle kaufen willst, könnte der Watercolour-Joy-Block * eine Option sein. Es gibt ihn auch in der Größe A4.
**Dieser Artikel ist übrigens keine Auftragsarbeit oder so was. Ich hab den Aquarellblock entdeckt und ausprobiert. Und hier mein Erlebnis mit dir geteilt. Wenn du den Block verwenden willst, fein! Wenn nicht, auch okay. (Falls ja: Schreib mir gern was über deine Erfahrungen damit. Das interessiert mich sehr. Danke 🧡.)

Hab ganz viel Freude beim Ausprobieren und Malen.
Bunte Grüße von Franziska
Franziska Schwarzkopf
Beim Thema Aquarellmalen bin ich ein echter Spätzünder. Und damit lebender Beweis, dass es nie zu spät ist, mit dem Malen zu beginnen 😉.
Mit einfachen Tutorials und Malkursen begleite ich Hobby-Malerinnen bei ihrer bunten Aquarell-Reise.