Blog-Parade: Welcher Duft riecht für dich nach Sommer?
Mein liebster Sommerduft: sonnenwarmer harziger Kiefernwald
Ich cruise mit dem Motorrad durch die Landschaft. Die kleine Landstraße schlängelt sich durch saftgrüne Wiesen und Felder, kleine Dörfer mit roten Backsteinhäusern – und durch Kiefernwald.
Und da steigt er mir, unten durch den Helm, langsam rauf in die Nase:
Dieser würzige, harzige, ätherische Duft aus dem Kiefernwald, der mit zunehmender sommerlicher Hitze besonders intensiv wird. Und instantly bin ich innerlich mit dem Fahrrad unterwegs zum Baggersee meiner Kindheit.

Das war durchaus beschwerlich: Fast zehn Kilometer mussten wir durch Stadt und (zumeist Kiefern-)Wald bis zum See radeln (ohne Gangschaltung, just saying …).
Als Kind kam mir das endlos vor. Gequält hab ich mich manchmal, vor allem auch durch tiefen Sand, der mir den Fahrradlenker aus den Händen riss. Und dann das Ganze wieder zurück 😌. Fahren heute eigentlich auch noch Familien und Jugendliche so weit mit dem Fahrrad, um zwei, drei Stunden am Baggersee abzuhängen? Ich schweife ab … Zurück zum Sommerduft 😉:
Die Erinnerung verklärt so manches: das anstrengende Radeln, die Erschöpfung, brummende und pieksende Insekten, spontane Rad-Reparaturen mitten im Wald. Hat im Nachgang alles einen soften Weichzeichner bekommen.
Denn geblieben ist vor allem die Erinnerung an den duftenden sommerlichen Kiefernwald in Verbindung mit der überschwänglichen Freude, wenn wir am Tor zum Waldbad ankamen. An den Sprung ins Wasser. An den Geruch von Bratwurst und Buletten. Und klar, Sonnencreme. Selbst der heiße Sand schien zu duften. Nach … nun ja: Sommer 😎.
Ich sitze also auf dem Motorrad, rieche die sonnenheißen Kiefern und denke an diese vergleichsweise unbeschwerte Zeit.
Damals war die Welt in Ordnung. Der Ernst des Lebens noch weit entfernt. Alle wichtigen Leute um mich herum waren gesund und lebten noch. Der größte Stress waren ein unangekündigter Leistungstest in der Schule, Liebeskummer oder samstägliche Arbeitseinsätze im Verein.
Manchmal grinse ich dann breit in meinem Helm. Manchmal schleicht sich eine Träne raus. Ich bin immer wieder völlig baff, was so ein Duft in einem auslöst, wie viele Gedanken, Erinnerungen und Emotionen er ins Rollen bringt. Innerhalb von Sekunden. Ich atme dann bewusst tief ein und aus und genieße die „Aromatherapie“.

Hab durchaus überlegt, mir Seife, Öl oder ähnliches mit Harzige-Kiefer-Aroma anzuschaffen, damit ich immer dran schnuppern kann. Und mich dagegen entschieden. Zumal ich sonst auch keine Parfüms, Duftkerzen, Öle oder ähnliches verwende.
Ich hätte Sorge, dass das Kostbare dieses Duftes verblasst. Ich begegne ihm lieber zufällig da draußen und genieße den Moment. Denn:
Nichts duftet so gut wie der original sommerwarme, moosige, holzige, verharzte Kiefernwald an einem sonnigen Tag.
Was ist dein liebster Sommerduft? Süße Erdbeeren, frische Melone, gemähtes Gras, Grill-Duft, Sonnencreme, Lindenblüte, der Duft von Meer & Strand oder der des feuchten Bodens bei Sommerregen, Zuckerwatte auf dem Sommerfest oder was ganz anderes? Lass mir gern einen Kommentar da und erzähl mir davon.
Mein Beitrag zum Kiefern-Sommerduft ist Teil der 👉 Blogparade von Jessica Maas „Welcher Duft riecht für dich nach Sommer?“. Wenn du Lust hast, selber einen Blogartikel für die Blogparade von Jessica zu schreiben, findest du hier alle Infos.
Viele duftige sommerliche Grüße
Franziska
PS: Echt jetzt? Diesen Blogartikel hab ich an einem Samstagvormittag geschrieben. Am Nachmittag waren der Mann und ich mit einem anderen Paar zu einer Motorradtour verabredet (unsere erste gemeinsame Tour). Zur Halbzeit saßen wir in einem Café und schwärmten von der Strecke. Sie sagte, dass sie besonders genossen hat, als es so intensiv nach harzigen Kiefern duftete und dass sie das an Ausflüge zum Badesee in ihrer Kindheit erinnerte 😌. Ich lass das mal so stehen …

Franziska Schwarzkopf
Beim Thema Aquarellmalen bin ich ein echter Spätzünder. Und damit lebender Beweis, dass es nie zu spät ist, mit dem Malen zu beginnen 😉.
Mit einfachen Tutorials und Malkursen begleite ich Hobby-Malerinnen bei ihrer bunten Aquarell-Reise.