Blog-Parade: Hinter den Kulissen meines Alltags als Selbstständige
Du kündigst deinen sicheren Job? Weil du jetzt so ein Dings, ein Online-Business starten willst?? WARUM???
Weil ich schon immer selbstständig sein wollte. Schon in diversen Schüler- und Studentenjobs hatte ich gemerkt, dass ich fürs Angestellten-Dasein nicht gemacht bin.
Aber ich hatte Bammel. Funktioniert das, kann ich davon leben, habe ich so kurz nach dem Studium überhaupt alles in mir, um das zu wagen?
Meine Antwort damals war: Nein.
Es hat noch zwanzig Jahre gedauert, bis ich mich selbstständig gemacht habe und heute Anfänger und Hobbymaler auf ihrer Aquarellreise begleite. Und ich kann dir von meinem geliebten, nervigen, stressigen, spannenden und erfülltem Alltag als Selbstständige erzählen:
Mein Erfahrungsbericht ist Teil der Blog-Parade von Leisepreneur Linda Kunze, in der sich Selbstständige hinter den Kulissen ihres Alltags zeigen – ohne Insta-Filter, dafür mit Höhen und Tiefen.
Hier findest du die Blog-Parade mit den spannenden und ehrlichen Einblicken von Selbstständigen. Viel Vergnügen beim Lesen 😊!
Morgenroutine? Schon irgendwie.
Allzu früh raus muss ich morgens nicht: keine Kids, die pünktlich losmüssen, kein Hund, der fiepend die Haustür hypnotisiert (noch nicht 😉). Ich kann in meinem Rhythmus starten.
Vorm Aufstehen bin ich meist schon lange wach und mein Hirn auf Autopilot damit beschäftigt, ein Mal-Video zu planen, einen Blogartikel zu schreiben oder eine E-Mail zu beantworten. Oder es grübelt über den Zustand der Welt, im Großen wie im Kleinen. Magischerweise fließt ein Teil der produktiven, kreativen Gedanken später durch meine Finger direkt in die Tastatur oder in den Pinsel, weil ich so gut „vorgearbeitet“ habe.
Ich bin fasziniert, was andere morgens schaffen: meditieren, mit dem Hund raus, joggen, Journaling, Yoga, Kosmetikroutine, Frühstückszeremoniell … Ich so: mit dem Kaffee ab in den Lesesessel. Am Tablet die Mails checken, ob was Wichtiges dabei ist. Wenn ja, Kaffee und Nachrichten lesen zügig erledigen. Wenn nein, alles in gemütlich.

Kaffee begleitet mich durch den ganzen Tag. Eher als Ritual, denn als Flüssigkeits- oder Koffeinlieferant. Aufstehen, ein paar Schritte zur Kaffeemaschine gehen, den Mann in der Küche treffen, wenn er auch im Home-Office ist 🧡. Kaffee gehört zu meinem Arbeitstag unbedingt dazu. Ohne ist doof.

Mein Arbeitsplatz. Ähem: Arbeitsplätze.
Tatsächlich arbeite ich überall im Haus, z. B. im kleinen Büro mit Schreibtisch, PC und zwei Monitoren. Hier schreibe ich Texte für Blog, E-Mails und Newsletter, pflege die Website, füttere Pinterest, schneide Videos, erstelle Kurse, erledige Behördenkram. Aber hier kann ich nicht malen oder Mal-Videos drehen. Das mache ich im Malkämmerlein (aka Gästezimmer), mit Tisch am Fenster und Stativ fürs Handy zum Filmen.

Wenn ich nicht dabei filme, male ich auch woanders im Haus: im Wintergarten (nur Frühling und Frühherbst, sonst zu kalt oder zu heiß). Oder am Couchtisch (nicht sehr rückenfreundlich, aber das merke ich immer erst hinterher 🙄). Daher stehen überall Pinsel, Farbkästen und Wasserbecher bereit. Der Mann trägt’s mit Fassung 🧡.

Beim Arbeiten immer im Blick: fiese Sprüche
Der Schlechte-Laune-Kalender ist von 2025, aber er bleibt, denn er hat eine wundersame Wirkung auf mich. Der Kalender ist voll mit blöden Sprüchen, verwandt mit handelsüblichen fiesen Glaubenssätzen, mit denen man sich gerne selber traktiert.

Statt mich runterzuziehen, erinnert mich der Kalender auf seine spezielle Weise daran, dass es viel schlauer ist, freundlich mit sich umzugehen. Bei manchen Sprüchen muss ich lachen, weil es echt so Banane ist, mit sich selber so hart zu sein. Tatsächlich helfen sie (mir), trotz Zweifel und Bedenken die nächste Aufgabe anzupacken.
Ordnung oder Chaos? Joah …
Ja, hier! Beides. Gleichzeitig. In einer Person.
Ich kann ordentlich, strukturiert, geradezu pingelig sein. Aber man sieht es nicht 🙄.
Denn mein Schreibtisch war und ist ein wüstes Zettel-Chaos. Weil ich die unzähligen Zettel irgendwann nicht mehr ertrug, hab ich Karteikästen besorgt und die Zettel fein säuberlich einsortiert. Ergebnis: Die Notizen hatte ich danach nie wieder in der Hand und der Schreibtisch füllte sich schnell mit neuen Zetteln. Murphy lässt grüßen …


Talentiert bin ich auch als Online-und-PC-Chaot: Im Browser sind meist um die zwanzig Tabs offen, außerdem mehrere Word-, Excel- und Bilddateien. Auf dem zweiten Bildschirm ist noch ein Browser mit aktiven Tabs sichtbar. Ich fühle mich damit gar nicht mal unwohl. Nur lenkt mich all das oft ab und ich springe von einem Projekt zum anderen. Könnte man sicher mal dran arbeiten …
Was mach ich am liebsten, was so gar nicht? Und wenn, in welcher Reihenfolge?
Sobald morgens der PC läuft, schaue ich Zahlen wie Websitebesuche oder Youtube-Views durch. Ist eigentlich sinnlos, denn die Zahlen sind, von Tag zu Tag betrachtet, wenig aussagekräftig. Aber mit diesem Ritual rutsche ich in den Arbeitstag rein und stelle zufrieden fest, dass ich im World Wide Web mindestens bis gestern tatsächlich stattgefunden habe 😊.
Und dann geht’s los, oft nach Bauchgefühl. Zum Glück gibt es etablierte To-Dos, die ich routiniert in Angriff nehme. Nur nicht immer sehr fokussiert. Ich hab schon einiges probiert: To-Do-Listen, Online-Kalender, Projekt-Management-Tools, aber nichts davon funktioniert. Ich versuche, die beste Mischung zu finden aus „Das wäre jetzt echt wichtig“ und „Dafür hab ich genug Energie“ und „Oh, ein Schmetterling“ – und dann loszulegen.
Ich schreibe gern Blogartikel und arbeite an der Website. Bildbearbeitung (z. B. an gescannten Aquarellen) mach ich auch gerne, natürlich malen und dabei filmen sowie E-Mails und Kommentare in meinem Blog beantworten. Da kann ich mich auch länger fokussieren. Manchmal springe ich mittendrin auf und setze mich an einen Malplatz, weil ich dringend eine Motiv-Idee umsetzen muss 😊🎨.
Beschwerlich finde ich Videobearbeitung oder das Erstellen von Pinterest-Pins. Einer macht Spaß. Zehn hintereinander nicht (mehr). Behörden-Kung-Fu oder mich mit Technik-Supports (neuerdings oft Azubi-KI’s) rumschlagen, steht noch weiter unten auf der „Das mache ich am liebsten“-Liste. Social Media steht überhaupt nicht drauf, da bin ich komplett raus. Warum? Erzähle ich hier.

Mach doch mal Pause. Mach doch mal Feierabend.
Da der Mann auch oft im Home-Office ist, spiele ich für uns „Kantine“. Mit Kochen und gemeinsam essen ist die Pause lang genug für den ganzen Tag. Während das Essen auf dem Herd vor sich hinblubbert, mach ich ein bissl Sport in der Küche, Kniebeugen und so 💪. Wenn mein Hirn so richtig schlappmacht, spaziere ich kurz um den Block.
Seit neuestem gehe ich einmal die Woche morgens schwimmen. Da fängt der Arbeitstag gleich mal mit ’ner Pause an 🩱.
Während ich diese Zeilen schreibe, ist es abends, nach 20 Uhr. Normalerweise mache ich etwas früher Schluss. Aber wenn mich ein Energieschub ereilt, bleibe ich dran und mache weiter. Go with the Flow …
Diese Tools erleichtern den Job
Zum Glück gibt es Helferlein, die den Arbeitsalltag erleichtern. Ich arbeite eher noch mit klassischen Tools, selten mit KI. Diese hier finde ich besonders hilfreich:
WordPress-Website mit Hosting bei WP Space
Meine WordPress-Website hab ich selbst gebaut und pflege sie selber. Sie läuft schnell und sicher beim Hoster WP-Space. Wenn ich mal nicht alleine klarkomme, ist der Support hilfreich und flott (Menschen!). Wenn du einen auf WordPress spezialisierten und zuverlässigen Hoster suchst, schau dich gern hier bei WP-Space * um.
Zahlen kucken mit Ubersuggest, Google Search Console und Trackboxx
Ubersuggest hab ich für eine Lifetime-Zahlung ergattert. Super für Keywordrecherche und Konkurrenzanalyse; zurzeit nutze ich es wenig. Richtig gut Zahlen kucken kann man auch in der Google Search Console – einer meiner ersten Anlaufpunkte morgens 😊.
Die Zahlen auf meiner Website tracke ich mit Trackboxx. Kostet pro Monat so viel wie zweikommafünf Kugeln Eis mit Sahne und ist nicht so umfangreich wie Google Analytics. Dafür ist es Cookie-frei und liefert trotzdem genug Infos für kleine Online-Businesses.
Grafiken, Pins, Titelbilder – kreieren mit Canva
Canva war und ist ein Riesengeschenk 🎁. Was ich früher mit Photoshop & Co. ewig rumgefriemelt habe, geht jetzt in Minuten und sieht meistens superschick aus. Ich wünschte nur, ich wäre viel früher auf die Bezahlversion umgestiegen.
Newsletter-Versand mit Mailerlite
Abgesehen von kleinen technischen Nickeligkeiten läuft Mailerlite zuverlässig und stabil. Schade nur, dass sie von 1.000 kostenfreien Abonnenten runtergegangen sind, erst auf 500, jetzt auf 250. Aber von irgendwas müssen die ja auch ’n Brot kaufen und ich hab den Frust in Freude gedreht, darüber, dass mehr als 250 Leute auf meiner Liste sind (danke fürs Mitlesen! 🧡) und ich jetzt monatlich deshalb was zahlen muss darf.
Smartphone für Fotos und Mal-Videos
Abgesehen von den Mockups mit meinen Aquarellbildern auf den Shop-Seiten und den dazu passenden Pins sind fast alle Fotos auf meiner Website und auf meinen Pinterest-Pins meine eigenen, geknipst mit dem älteren Samsung-Smartphone. Auch all meine Mal-Videos für Website/Youtube und Online-Kurse filme ich mit dem Phone. Ich hab eine extra Speicherkarte drin, sonst würde das gute Teil wohl explodieren …
Kurs(e) verkaufen und hosten mit Digistore und Mentortools
Als Zahlungsabwickler nutze ich Digistore24. Dort alles einzurichten ist erst mal recht fummelig. Aber es wird (schnell) leichter. Alles läuft zuverlässig und ich kann mich auf meine Verkaufsprodukte konzentrieren, statt auf Zahlungen, Rechnungen, Reklamationen, Steuer etc. pp.
Wenn du schon länger bei mir mitliest, weißt du vielleicht, dass ich lange nach der richtigen Kursplattform für mich gesucht habe. Ich bin nach einigem Vor und Zurück bei Mentortools gelandet. Perfekt ist da nicht alles, aber manches besser als anderswo. Preis passt, Design weitgehend auch, Support und Anbindung an Digistore24 klappt gut. Wenn dich Mentortools als Kursplattform interessiert: Hier kannst du dir alles anschauen und einen kostenlosen Test starten *.
Kunst verkaufen mit ArtHeroes und Spreadshop
Viele meiner Aquarellbilder gibt es zu kaufen: günstig als Poster oder mit mehr Wumms (verschiedene Größen, Formate, Medien, sehr hohe Qualität). Die Poster verkaufe ich über meinen Spreadshop. Die Kunstdrucke in allen Größen und Formaten – sogar als Wandtapete 😂 – in meinem Kunst-Shop bei den Spezialisten von ArtHeroes.
Meine liebsten Aquarell-„Tools“
Meine Tipps für Aquarellfarbkästen, Aquarellpinsel und Aquarellpapier, vor allem für Anfänger, habe ich ausführlich in diesen Blogartikeln beschrieben. Hier notiere ich die Materialien als schnelle Übersicht, weil sie zu meinem Arbeitsalltag gehören:
Aquarell-Farben
Die Aquarellfarbkästen in Punkt 1 und 2 empfehle ich Anfängern und verwende sie auch in meinen Video-Anleitungen:
Aquarell-Papier
Ich male am liebsten auf Aquarelllpapier, cold pressed mit 100 % Baumwolle und zwar auf Hahnemühle Expression *. Andere Papiere mit diesen Kriterien sind auch toll, aber das Hahnemühle-Papier hat eine feinere Struktur als die anderen und ich mag das.
Wer günstiger einsteigen will, fährt sehr gut mit dem Aquarellblock Watercolor Joy *, auch von Hahnemühle. Das Papier ist zwar ohne Baumwolle, macht aber überraschend viel Spaß beim Malen. Ich hab’s getestet und hier darüber berichtet 🧐.
Aquarell-Pinsel
Für Anfänger empfehle ich gern eins von diesen zwei Sets: Da Vinci Serie 1570 Nova * und das kleine Van-Gogh-Aquarellpinselset *. Damit kommt man schon ziemlich weit. Dazu empfehle ich einen Verwaschpinsel, z. B. den Princeton Tec SELECT ARTISTE, Serie P3750, Mop oval Gr. 3/4″
Ich male heute teils immer noch mit den „Anfängerpinseln“, ich hab sogar welche aus dem Bastelladen, die nach Jahren immer noch prima funktionieren. Aber ich hab auch mal etwas mehr Geld ausgegeben, die Pinsel von Princeton aus der Reihe Aqua Elite* ausprobiert und die sind ganz wunderbar.
Aquarell-Zubehör & Extras
Wenn ich aufzähle, was man beim Aquarellmalen alles kreativ „verwursten“ kann, wird dieser ohnehin schon lange Blogartikel noch viiieeel länger. Das geht nämlich los bei schwarzen Finelinern, über Salz bis Strohhalm und hört bei zerschnittenen Kreditkarten nicht auf. Wenn dich das Thema interessiert, schau gern in diesen Blogartikel von mir rein: Aquarell-Zubehör und Extras für noch mehr Malspaß
Was ich an meiner Selbstständigkeit liebe und was mich überrascht (hat)
Weil ich morgens etwas später anfange und mittags relativ lange die Arbeit unterbreche, mache ich zwischen 18 und 20 Uhr Feierabend, manchmal auch später. Für mich passt das, weil ich mag, was ich tue und ich mir tagsüber rausnehmen kann, eine Freundin zu treffen, eine Geschäftspartnerin in ihrem Laden zu besuchen, schwimmen oder einkaufen zu gehen (wenn der Supermarkt leer ist – so cool).
Die Freiheit, den Tag selbstbestimmt zu gestalten, ist mit das Schönste an meiner Selbstständigkeit. Auch dass ich meistens selbst entscheiden kann, was ich wie mache. Und dass ich in meinem eigenen, mitunter erratischen Rhythmus arbeiten kann. In Teams passe ich mich oft (zu) stark an andere an. Als Selbstständige kann ich meine Stärken besser ausspielen und auch schneller und konsequenter auf Fehler reagieren.
Was ich mir vor drei Jahren zu meinem Arbeitsalltag geraten hätte?
Mmh. Vielleicht doch auf eine Art Projekt-Management-Tool setzen? Aber dann konsequent. Schneller Entscheidungen treffen und umsetzen. Überhaupt: weniger Bedenken und Perfektionismus, mehr Ich mach das jetzt! Dafür war der beste Zeitpunkt vielleicht vor drei Jahren. Heute ist der zweitbeste!
Was mich an meinem Business überrascht (hat)?
Dass ich einen noch längeren Atem brauche, als ursprünglich gedacht.
Dass ich Probleme löse, von denen ich nicht ahnte, dass ich sie bekommen würde.
Dass ich gleichzeitig superängstlich, aber auch supermutig bin.
Dass ich es liebe, selbstständig zu sein, auch wenn’s mitunter beschwerlich ist.
Dass es für mich so wichtig und spannend ist, aber viele Menschen in meinem Umfeld so überhaupt nicht interessiert 🙄.
Dass ich dann anderswo auf Menschen treffe, die ähnlich ticken und mit denen ich mich wunderbar austauschen kann 🧡.
Dass es mich manchmal sehr anstrengt, aber gleichzeitig unglaublich bereichert.
Hach … liebes Enjoy-Aquarell-Business – so schön, dass es dich gibt!




Liebe Franziska,
was für ein sympathischer Einblick in deinen Business-Alltag. Ich konnte mich in einigen Punkten wiedererkennen. Eigentlich mag ich die Ordnung. Sie lässt mich durchatmen und Klarheit empfinden. Gleichzeitig bin ich ein kreativer Chaot. Kaffee – unbedingt!
Und ich liebe deinen Lesesessel. 🙂
Liebe Grüße
Caro
Liebe Caro,
vielen Dank für deinen Besuch hier und deine Nachricht 🧡. Ich hab sie heute Morgen gelesen – natürlich im Lesesessel 😊.
Das Konzept Ordnung mag ich eigentlich auch. Lustigerweise empfinden Besucher unser Zuhause oft als klar und aufgeräumt. Aber die kennen halt die Zettelwirtschaft auf meinem Schreibtisch nicht …
Ordnung, Chaos, Kreativität, Kaffee – absolut brauchbare Mischung, finde ich.
Liebe Grüße
Franziska